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  :: Die Geschichte des Dessauer Motorbootrennens
Im Jahre 1951 erfolgte unter dem Dachverband des Deutschen Turn- und Sportbundes Berlin in Dessau die Gründung der Betriebssportgemeinschaft Einheit" Dessau, deren Träger der Rat der Stadt Dessau war. Ein großer Teil der Mitglieder der Motorsportgemeinschaft Dessau wurden Mitglieder der BSG Einheit Dessau und bildeten dort die Sektion Motorrennsport, die auch bis zum Jahre 1956 unter der Federführung des DTSB, Sektion Motorrennsport Berlin, die weiteren Automobil- und Motorradrennen in Dessau durchführte.

Anzumerken sein, dass bei diesen Rennen Zuschauerzahlen zwischen 120.000 und 165.000 keine Seltenheit waren. Diese Zahlen wiederum beweisen, dass die Bürger der Stadt Dessau und der weiteren Umgebung sehr motorsportfreudlich und stark an solchen motorsportlichen Großveranstaltungen interessiert waren.


Am 10. Mai 1952 kostet ein Trainingsunfall den Favoriten
Paul Greifzu in Dessau das Leben


Demzufolge beschloß die BSG "Einheit" Dessau, ihre Sektion Motorsport mit der Durchführung eines weiteren Automobil- und Motorradrennens im Jahre 1957 zu beauftragen. In Vorbereitung dieses 7. Dessauer Automobil- und Motorradrennens mußte die Genehmigung des Ministeriums des Inneren der damaligen DDR für die Sperrung eines Teils der Autobahn eingeholt werden. Diese Genehmigung wurde aber nicht mehr erteilt mit der Begründung, dass die Autobahn zwischenzeitlich zur internationalen Verkehrsstrecke erklärt und damit nicht mehr für derartige Rennveranstaltungen gesperrt werden dürfe.

Die vorstehend genannten Tatsachen haben dann den Vizepräsidenten des Deutschen Sportausschusses Berlin, Sektion Motorrennsport, Herrn Woitina bewogen, den im Februar 1957 aus der Mehrzahl der Mitglieder der Sektion Motorrennsport der BSG "Einheit" gegründeten MC Dessau unter Vorsitz des Sportsfreundes Artur Rosenhammer, der ja über ein kleines erfahrenes Rennkollektiv aus dem Straßenrennsport verfügte, mit der Durchführung eines Motorbootrennens auf der Elbe in Dessau zu beauftragen.


Dessauer Rennstrecke für Auto- und Motorradrennen von 1949 bis 1956

Somit wurde das Jahr 1957 zum Geburtsjahr der Dessauer Motorbootrennen, wobei der MC Dessau Pate stand, da er ja den Kern der neuzubildenden Rennleitung für den Motorbootrennsport stellte.

So einfach, wie es sich heute darstellt, war es allerdings nicht. Die vorhandenen Rennfunktionäre, wie bereits dargelegt, kamen vom Straßenrennsport und mußten sich umstellen, mußten umlernen und sich eingehend mit den Global-Vorschriften des Motorbootrennsports, dem Streckenaufbau, dem Fahrerlager, der technischen Abnahme, dem Wegerecht und der Gesamtorganisation vertraut machen.

Vorerst aber mußte einmal eine gültige Strecke erkundet werden, die auch den internationalen Anforderungen, die an eine Motorbootrennstrecke gestellt werden, entspricht. Da in unmittelbarer Nähe der Gaststätte "Kornhaus" der "Leopoldshafen" lag, bot sich hier die beste Möglichkeit für die Strecke. Und so wurde dann im Frühjahr 1957 der Stromabschnitt der Elbe zwischen Stromkilometer 260 und 263 zur Rennstrecke für den Motorbootrennsport gekürt.


Elbabschnitt am Dessauer Kornhaus und heutige Motorbootrennstrecke
 
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