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  :: Die Geschichte des Dessauer Motorbootrennens
Die in den Jahren 1961 und 1962 durchgeführten Rennen waren auch wieder international besetzt und wiesen eine Beteiligung von etwa 85 bis 90 Fahrern auf. Die Rennen selbst wurden spannender und interessanter. Die Zuschauer bewegten sich immer um die 20.000. Das im Jahre 1957 gebildete Rennkollektiv hatte sich zwischenzeitlich so gefestigt, dass die umfangreichen Arbeiten, durch einen guten Organisationsplan auf breite Schultern verteilt, erheblich einfacher wurden.

Beim 7. Internationalen Dessauer Motorbootrennen am 21. Juli 1963 fand dann auch das letzte Rennen der europäischen Sportboote der Klasse E 01 in der DDR statt. Diese Klasse wurde für weitere Rennen nicht mehr ausgeschrieben, da erstens die Anzahl der Boote nicht mehr ausreichend war, um Läufe zur Meisterschaft durchzuführen, zweites diese Klasse international immer mehr an Bedeutung verloren hatte und drittes sollte die in der DDR zu dieser Zeit geschaffene Klasse LX mehr gefördert werden, um so auch die Anerkennung der Internationalen Föderation (UIM) zu finden.

Im Jahre 1964 wurde der MC Dessau mit der Durchführung der Europameisterschaft der Außenbordrennboote der Klasse A bis 250ccm beauftragt. Dieses 8. Internationale Dessauer Motorbootrennen hatte wieder eine Besonderheit aufzuweisen. Diese Rennen wurden als 3-Städte-Regatta ausgeschrieben und durchgeführt, wobei die Rennleitung des MC Dessau als federführend vom Präsidium des ADMV festgelegt wurde. Der Veranstaltungsplan dieser Rennen sah wie folgt aus:

6. September in Dessau
Europameisterschaft der Klasse A
8. September in Berlin
internat. Rennen der Außenbordrennbootklassen
13. September in Bad Saarow Europameisterschaft der Klasse J

Die Gesamtzahl der Teilnehmer in der Klasse A in Dessau betrug 35 Fahrer, so dass auch hier wieder eine Trennung der Klasse für die ersten beiden Läufe in zwei Gruppen erfolgen mußte. Diese Aufteilung erfolgte durch Losentscheid, wobei gerade Lose in der ersten und ungerade Lose in der zweiten Gruppe starten mußten. In der Klasse B gab es 29, in der Klasse C 14 und in der nun umbenannten Klasse ER 1000 (früher LX) 14 Fahrer, so dass insgesamt 92 Aktive am Start waren.

Da es sich mittlerweile in Dessau und Umgebung herumgesprochen hatte, dass die Dessauer Rennen attraktiv waren und guten Sport boten, waren wieder ca. 23.000 Zuschauer an der Rennstrecke.

Neu war bei dem 8. Internationalen Motorbootrennen auch, dass die ausländischen Teilnehmer nach der Siegerehrung im Saal des Klubhauses des ehemaligen Betriebes VEB ABUS Dessau nicht in ihre Heimat abreisten, sondern am Montag nach dem Frühstück als Konvoi nach Berlin-Grünau und von dort nach dem Rennen am 9. September nach Bad Saarow zur Teilnahme an der Europameisterschaft der Klasse J bis 175ccm am 13. September fuhren. Im Jahre 1965 sollte der MC Dessau die Europameisterschaft in der Klasse J bis 175ccm im Rahmen des 9. Motorbootrennens durchführen. Außerdem wurden zu diesem Rennen international die Klassen A und C sowie die Klasse ER 1000, die zwischenzeitlich durch die UIM als internationale Klasse anerkannt wurde, ausgeschrieben.

Zur Europameisterschaft hatten 6 Nationen und 17 Fahrer gemeldet. Europameister 1965 wurde der Westberliner Dieter Schulze, aber nicht mit einem König-Motor, sondern mit einem IWL-Motor, den ihm das Herstellerwerk, das Automobilwerk Ludwigsfelde, auf Veranlassung der Fachkommission Motorrennsport beim Präsidium des ADMV zur Verfügung stellte. Dieser IWL-Motor brachte seinerzeit bei 9500 U/min 29 PS Leistung, was eine Steigerung gegenüber den ersten Motoren im Jahre 1959 von 18 PS um 11 PS bedeutete. Diese Rennmotoren wurden in jährlichen Stückzahlen von 50 Stück im Jahre 1959 bis zu 400 Stück im Jahre 1964 an die damalige UdSSR und CSSR, Polen, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, England, Schweden und Norwegen geliefert. Mit diesem Motor wurden im Rahmen dieses Rennen in der Klasse J bis 175 ccm, außerhalb der Wertung zur Europameisterschaft, Rennweltrekorde und in der Klasse ER 1000 mit Wartburgmotoren Renn- und Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt und von der UIM anerkannt. Diese wurden auch, acht an der Zahl, in der Internationalen Rundschau der UIM veröffentlicht..
 
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