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  :: Die Geschichte des Dessauer Motorbootrennens
Auch in den Jahren 1971 und 1972 konnten keine Rennen durchgeführt werden, weil der damalige Eigentümer der Insel Leopolds-Hafen, die Gesellschaft für Sport und Technik - Seestützpunkt Dessau, größere Umbauarbeiten durchfuhren wollte. Da die Rennleitung des MC Dessau über kein eigenes Geschäftszimmer mehr verfügte, mußte sie ihre Sitzungen in den verschiedenen Büroräumen der einzelnen Mitglieder durchfuhren.


alter Holzturm des heutigen MBC Elbe Dessau e.V.

Da die Rennen seit dem Jahre 1957 grundsätzlich von einem Holzturm des DRK-Wasserrettungsdienstes aus geleitet wurden, dieser aber auch nicht mehr den gewachsenen Aufgaben entsprach, sollte die Zeit der Baumaßnahmen der GST dazu benutzt werden, um an der Stelle des vorhandenen Holzturms, einen 3-geschossigen Start- und Zielrichterturm zu errichten. Diese Maßnahme wurde mit dem Turmeigentümer, dem Kreisverband des DRK Dessau, abgesprochen und fand dessen volle Zustimmung. Da der Club über keine eigenen Mittel zum Turmbau verfügte, wurde durch den Vorsitzenden der Clubleitung, Erwin Poser, dem Rat der Stadt ein Antrag auf Errichtung eines 3-geschossigen Stahlturms für den Start- und Zielrichtereinsatz und die Bereitstellung der geplanten Mittel in Höhe von 63.550,-M übergeben.

Auf seiner Sitzung am 16. Dezember 1970 beschloß der Rat der Stadt unter der Nr. 128-26/70 auf der Grundlage des Staatsratsbeschlusses vom 20. September 1968 über die Aufgaben der Körperkultur und des Sports die Bereitstellung von 63.000,- M aus den Mitteln der Torgauer Initiative. Dieser Fond wurde bei dem ehemaligen VEB Kommunale Wohnungsverwaltung Dessau geführt. In dem Beschluß hieß es weiter, dass die Baumaßnahmen ohne bilanzierte Baumaterialien und Baukapazitäten in Eigenleistung und mit Hilfe von Feierabendbrigaden ausgeführt werden müssen. Mit Feierabendbrigaden vom VEB Reichsbahn Stahlbau und vom VEB Kommunale Wohnungsverwaltung Dessau wurden nun schriftliche Vereinbarungen über die Projektierung, Planung, Montage, sowie Erd-, Beton-, Maurer- und Putzarbeiten abgeschlossen..Mit Beteiligung unserer Sportsfreunde wurde dann im Frühjahr 1971 mit dem Bau begonnen. Die Materialbeschaffung bereitete enorme Schwierigkeiten und die veranschlagten Kosten erhöhten sich um 9.200,- M. Diese zusätzlichen Kosten mußten ebenfalls vom Rat der Stadt Dessau bereitgestellt werden. Dadurch konnten die Arbeiten am Objekt erst im Jahre 1973 beendet werden.


Bau des neuen Turms auf der Spitze der Halbinsel am Leopoldshafen

Ebenso wie die Turmbaumaßnahmen verzögerten sich auch die Baumaßnahmen des Seestützpunktes der GST und so konnte auch im Jahre 1973 kein Rennen ausgetragen werden, so dass das nächste Rennen für 1974 geplant wurde. Dieses Rennen wurde gemeinsam mit dem MC Roßlau als nationales Motorbootrennen durchgeführt, da, zu diesem Zeitpunkt keine internationale Veranstaltung durchgeführt werden durfte, da der ADMV nicht in der Lage war, die erforderlichen Anmeldegebühren in Schweizer Währung an die Internationale Föderation zu zahlen.


der neue Kampfrichterturm nach der Fertigstellung 1973

In den Jahren 1975 und 1976 führte der MC Dessau wieder je ein nationales Rennen auf dem Kornhaus-Kurs durch. Beide Rennen konnten aus den vorgenannten Gründen auch nur national ausgetragen werden, um so wenigstens die Meisterschaften für die einzelnen Klassen zu retten.

Im Jahr 1977 führte der MC Roßlau auf dem Elbe-Kornhaus-Kurs sein eigenes Rennen durch.

Wegen der immer geringer werdenden Mittel, die dem Motorbootrennsport damals zur Verfügung standen, wurden erstens nur noch nationale Rennen vom Verband ausgeschrieben und zweitens die noch durchzuführenden Rennen, um die nationale Meisterschaft der einzelnen Klassen zu retten, auf die einzelnen Bewerber aufgeteilt. Da der MC Dessau seit 1957, bis auf die Zeit der Baumaßnahmen, jedes Jahr mit der Durchführung eines Motorbootrennens beauftragt worden war, erhielt er für die Jahre 1977 und 1978 kein Rennen zugeteilt.


Manfred Schulze beim Dessauer Motorbootrennen in den 70er Jahren

Es ist sicherlich aufgefallen, dass ab dem Jahre 1974 keine Einzelheiten über die Rennen gemacht wurden. Dies lag daran, dass dem Chronisten, der Mitglied der Dessauer Rennleitung von 1957 bis einschließlich 1969 war, Detailunterlagen über die späteren Rennen nicht zur Verfügung standen..
 
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