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  :: Motorbootclub Elbe-Dessau e.V. kann Organisation alleine nicht leisten
Die Finanz- und Wirtschaftskrise soll, laut Experten, schon vorbei sein. Doch nun trifft sie, mit unverminderter Härte, die Kleinen. Mit den „Kleinen“ kann man durchaus auch einige Vereine in der Region meinen, denn zum Beispiel dem Motorbootclub Elbe-Dessau hat die Wirtschaftskrise arg zugesetzt. Einige Mitglieder mussten den Verein wegen Arbeitsplatzwechsel und dem damit verbundenen Umzug verlassen. Andere Mitglieder haben kaum noch Zeit, weil sie mit Mehrarbeit dem Sog der Krise entgegentreten müssen und so bleibt für das Hobby Rennsport kaum noch Zeit. So, lässt sich vielleicht erklären warum die Mitglieder des Motorbootclub Elbe-Dessau e.V. für dieses Jahr dass für den 19. – 20. Juni geplante Motorbootrennen absagen mussten.

„Die außerordentlich gut besuchte Mitgliederversammlung hat sich dafür entschieden, in diesem Jahr „auszusetzen“ und alle Kraft in die Vorbereitung des Rennens 2011 zu stecken.“, sagte der wiedergewählte Vorsitzende des Vereins Andreas Schulze. Der Verein braucht demnach mehr Mitglieder, die sich mit der Organisation des Rennens beschäftigen und nicht aktiv daran teilnehmen. Natürlich benötigt der Club den aktiven Fahrer wie die Elbe das Wasser, genauso werden aber auch die Frauen und Männer im Fahrerlager gebraucht und die fehlen im Moment. Dennoch könnte man die Frage stellen, warum Vereinschef Andreas Schulze nicht hartnäckiger hinter dem Rennen stehe. Dazu sagte Schulze: „Beruflich werde auch ich mich in diesem Jahr verändern und mit meiner gesamten Autowerkstatt an einen neuen Standort ziehen, der Aufwand und die dazu gehörige Zeit ist enorm. Wenn ich ein Motorbootrennen organisiere, dann stecken da mindestens vier Stunden Arbeitszeit pro Tag drin, und die kann ich in der Umzugszeit nicht garantieren.“ Der 40-jährige will auf die Qualität der Dessauer Traditionsveranstaltung nicht verzichten und hat die volle Unterstützung von seinem Stellvertreter Yves Schiller. „Wir hatten jemanden, der die Organisation für das Rennen übernehmen wollte, doch die Qualifizierung reichte uns nicht aus. Wir bauen auf Erfahrungen und nicht auf große Namen,“ sagte Schiller.

Für viele Motorsportfans in der Region ist der Ausfall des Rennens auf der Rennstrecke am Kornhaus mit vielen Fragezeichen versehen. Werden die Rennen für immer verschwinden? Wo bleibt die Tradition? Warum bekommt der Club keine Unterstützung? Dazu sagte Andreas Schulze: „Die Fragen sind teilweise berechtigt aber nicht immer ist die Fragestellung korrekt. Die Tradition Motorbootrennsport wird aus der Region nicht verbannt. Wir pausieren für ein Jahr, gehen dann mit neuen Kräften, hoffentlich vielen Sponsoren und vielleicht auch einem neuen Konzept in die Planungen für 2011.“ Hinter dem neuen Konzept verbirgt sich die Kooperation mit einem anderen Motorbootclub der sich am Rennen in Dessau beteiligen will, mehr wurde dazu nicht verraten. Zum Thema Unterstützung sagte der Clubchef: „Unterstützung bekommen wir jährlich von der Stadt Dessau-Roßlau und möchten uns dafür noch einmal bedanken. Dessaus Sportdirektor Ralph Hirsch sagte dazu: „Ich bedauere sehr, dass die Traditionsrennveranstaltung auf dem Kornhauskurs nicht stattfindet. Ich hoffe aber, dass die Mitglieder im Motorbootclub Elbe-Dessau e.V. und Drumherum wach werden um diesem Wassersportereignis wieder Leben einzuhauchen. Die angeforderten finanziellen Mittel stehen nach wie vor bereit, für dieses Jahr und darüber hinaus.“ Die Stadt und das Sportamt bekennen sich zum Motorbootrennen und hatten bereits im Vorfeld ihre 100-prozentige Unterstützung sowohl finanziell als auch von Amtswegen zugesichert.

Das Kernproblem scheint in der Mitgliederanzahl des MBC zu liegen. „Der Clubvorstand allein wird das Projekt „Motorbootrennen“ nicht stemmen können, hier sind unbedingt die Mitglieder gefragt. Die sind aber, und dass ist nun mal vorrangig, mit ihrem Job beschäftigt. Die guten Seelen des Vereins, Manfred Schulze und Walter Stehling, haben zwar ihre 100-prozentige Unterstützung zugesagt, doch das allein wird am Ende nicht reichen um ein bekannt niveauvolles Rennen durchzuführen.“, sagte Yves Schiller auf Nachfrage. Trotz der dunklen Wolken die derzeit über den Start- und Zielturm des MBC Elbe-Dessau ziehen, wird man einige clubeigene Piloten wieder auf der Elbe sehen. Bei diversen Trainingseinheiten kann man den Rennfahrern ganz nah sein und bei Rennen, z.B. auf der Goitzsche bei Bitterfeld, wieder fest die Daumen drücken. Für die Freunde des Dessauer Rennsports nur ein schwacher Trost, denn die wollen, dass die Tradition auf der Kornhausstrecke vor der eigenen Haustür auch nach 53 Jahren weiterlebt.

Geschrieben von Michael Krebs
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